Portugal 2011

Nachdem unsere Hochzeitsreise vor 25 Jahren in die Algarve nach Portugal ging, dachten wir uns, anlässlich unserer Silberhochzeit könnten wir doch mal wieder dieses schöne Land bereisen. Aber dieses Mal sollte es ganz Portugal sein.
Nun ja, es ist nicht wirklich ganz Portugal geworden, aber doch zumindest ein sehr großer Teil davon, was man eben mit Wohnwagen-Gespann von Deutschland aus in 4 Wochen Urlaub so schafft.
Weil wir nicht die von der Sommersonne verbrannte Erde Portugals sehen wollten, sind wir im Mai dort gewesen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn es schien fast immer die Sonne, aber es war nie zu heiß, sondern wunderbar auszuhalten.

Wir sind vom Norden her nach Portugal reingefahren. Unsere erste Station hieß Braga:

das Rathaus



im idyllischen Jardim de Santa Barbara


Café "A Brasileira", das in den diversen Reiseführern als "Must" angepriesen wurde:


Wir haben dort dann auch sehr lecker gegessen.
Allerdings servierte man meinem Mann auf die Bestellung "Hot Chocolate" hin einen Schokoladen-Pudding in einer Tasse! Okay, er war heiß,............aber nicht wirklich durstlöschend, weil...........zu dickflüssig. Ich hab das Haus-Getränk "A Brasileira" getrunken, dass seeeehr lecker war, seeeeehr süß, mit etwas Alkohol (ich muss zugeben, dass ich von solchen Getränken nicht die mindeste Ahnung habe), und.............auch nicht durstlöschend!



Nun ein paar Ansichten aus der Stadt:





Wer sich jetzt wegen der blau-weiß gekachelten Hausfassaden und Kirchen-Wände wundert, dem sei gesagt, dass diese Kacheln, Azulejos genannt, in Portugal eine lange Tradition haben.
Wer noch mehr dazu wissen möchte, der kann ja mal hier
schauen.
Auf jeden Fall habe ich sehr viele unterschiedliche Fassaden fotografiert, nicht nur blau-weiße, aber dazu gibt´s am Ende noch ein paar schöne Einzelfotos zu sehen, versprochen!


Danach sind wir ein paar Kilometer aus der Stadt hinausgefahren zur Kirche "Bom Jesus do Monte".
Zu der auf einem Berg liegenden Kirche führen zig Stufen hinauf, die von kleinen Kapellen flankiert werden, die Szenen des Kreuzweges Jesu enthalten:









Danach sind wir ca. 60km weiter gefahren, nach Madalena zu unserem Campingplatz, von wo aus wir an den nächsten zwei Tagen Porto besichtigt haben.
Aber da wir schon vormittags auf dem Campingplatz waren, sind wir dann zum 500m entfernten Strand gegangen, wo wir unser erstes "summerfeeling" hatten.






Am nächsten Tag ging´s dann mit einem Linienbus quer durch die Dörfer, dann durch Vila Nova de Gaia und bis mitten nach Porto. Die Busfahrt war schon ein einziges Erlebnis! Da sowohl Vila Nova als auch Porto an seeeehr steilen Hängen liegen, müssen die Busse unglaublich steile, enge, kurvige Straßen fahren. Ich dachte vorher nicht, dass die das schaffen,............aber es hat immer geklappt und es ist auch immer gut gegangen, auch wenn´s manchmal für Stehende schwierig wurde, auch wirklich stehen zu bleiben. Nach der ersten Busfahrt haben wir uns immer bemüht, einen Sitzplatz zu bekommen. Und wenn das nicht möglich war, mussten wir uns mit beiden Händen festhalten!!! Sonst wären wir unweigerlich durch den Bus geflogen!

Nun folgen also ein paar wenige Impressionen aus Porto:

Diese Kirche wurde leider gerade renoviert, so dass wir nicht hinein konnten. (Man beachte wieder die Kachel-Fassade!)


Hier mal ein Beispiel, wo der portugiesische Autofahrer so parkt.
Und der Straßenbahnfahrer bimmelt so lange, bis der Autofahrer kommt!


Das ist mal ein Foto vom Inneren des Bahnhofes São Bento.
Die Wände der Eingangshalle sind über und über mit Kacheln geschmückt, die Szenen aus der portugiesischen Geschichte zeigen, aber auch das Ideal-Bild des früheren Landlebens:


Und die nächste Kirche:


Hier die Buchhandlung Lello & Irmão, die komplett im Jugendstil gebaut und noch im Originalzustand erhalten ist. 


Dann sind wir auf den höchsten Kirchturm Portugals gestiegen und hatten diesen phantastischen Blick. Die 200 steilen Stufen der engen Wendeltreppe haben sich gelohnt!


Danach erfolgte nicht nur der Abstieg vom Turm, sondern auch der Abstieg runter zum Douro und wir kamen an den schönsten Häusern vorbei, die aber leider fast alle total baufällig, wenn nicht zu sagen, reif für die Abrissbirne sind. Hier in Deutschland würden bestimmt einige dieser Häuser gesperrt und auch die Bürgersteige und Straßen davor. Manchmal dachte ich tatsächlich: "Schnell dran vorbei gehen, damit wir nicht einen Dachziegel, einen Fensterflügel oder eine Kachel auf den Kopf kriegen!"
Es ist ein Jammer, dass die Portugiesen scheinbar nichts an ihrem Weltkulturerbe tun, um es zu erhalten. Hin und wieder sieht man zwar, dass Häuser saniert werden, aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was gemacht werden müsste.


Unten am Douro angekommen hatten wir diesen wunderschönen Blick auf die Ponte Luiz I.


Auf der alten Stadtmauer, die links an der Kaimauer entlanggeht, haben wir in einem seeeehr kleinen urigen Restaurant sehr lecker gespeist!

Am nächsten Tag sind wir dann auf der Seite von Vila Nova de Gaia vom Ufer des Douro  mit der Seilbahn hochgefahren bis wir auf der Höhe der oberen Etage der Brücke waren. Von der Bergstation der Seilbahn aus hatten wir diese großartige Aussicht auf die Brücke und Porto:

Da dies ein Panorama-Foto aus drei Bildern ist, die ich vom gleichen Standpunkt aus gemacht habe, ist leider eine Krümmung drin, die in Wirklichkeit nicht dort ist. Nämlich da, wo die Brücke hinten in Porto endet, dort ist das Ufer eigentlich gerade. Aber ich find´s auch so sehr schön!

Wer sich das gerne in größer anschauen möchte,............bitte schön hier klicken.

Über die obere Etage der Brücke kamen wir oben in Porto an und gingen zur Kathedrale. Vom Platz davor hat man dann diesen Blick über die Dächer. Rechts ist der Kirchturm zu sehen, auf den wir einen Tag vorher gestiegen waren:


Und das hier ist die Kathedrale mit einem Schandpfahl auf dem Kirchplatz:


Der Kreuzgang der Kathedrale sieht so aus:



Nach zwei Tagen fuhren wir nach Tomar weiter, legten aber einen längeren Zwischenstopp in Conimbriga ein, die am besten erhaltene antike römische Stadt in Portugal.
Hier ein paar Impressionen:


















Dann ging´s weiter nach Tomar, von wo wir aber am nächsten Tag zunächst einmal einen Ausflug zu den Klöstern Batalha und Alcobaça gemacht haben.

Von den vielen Klöstern und Kirchen, die wir gesehen haben, ist Batalha (gemeinsam mit dem Hieronymus-Kloster in Lissabon - Belem) das schönste, das ich gesehen habe.
Schaut selbst:




In der "Kapelle des Stifters" (hier das Deckengewölbe)...


ruht im Lichte der wunderbaren Fenster Portugals König João I. (1357-1433)...

samt seiner Gattin und ihren Kindern, darunter auch Heinrich der Seefahrer, der uns im Laufe unserer  Reise zig Mal "begegnete".

Hier das gotische Kirchenschiff:


Und danach sind wir durch den Kreuzgang geschlendert:






Hinter dem Hauptaltar sind noch die "Unvollendeten Kapellen" angebaut worden. Sie erreicht man nur von außen durch einen kleinen Raum zwischen Kirche und diesem eindrucksvollen Tor:


Hier nochmal ein Detail des oberen Bogens


Diese Ornamente nennt man "Manuelinik" nach dem König Manuel I.(1495-1521).
Es ist ein nur in Portugal vorkommender Baustil der Spätgotik. In ihr vereinigten sich Darstellungen von fremden Gegenständen der Länder, die Portugals Seefahrer von ihren weiten Fahrten mitbrachten, wie Korallen, exotische Pflanzen, fremde Gesichter und nicht zuletzt auch Fabelwesen.

In den kleinen Seitenkapellen stehen die Sakrophage diverser königlicher Familienmitglieder.


Nachmittags haben wir dann nach einer kleinen süßen Stärkung...


das Kloster Alcobaça besichtigt.

 
Hier erinnern die Grabmäler König Pedros I. ...

und seiner Geliebten Inès de Castro an ihre tragische Liebe!


Und wieder ein Kreuzgang, meines Erachtens aber nicht so schön wie der in Batahla, dafür aber mit Live-Musik des Countertenors Luis Pecas. Leider war er schon fast fertig, als wir dort ankamen.
Es klang unglaublich toll in diesen Gängen!






der Schlafsaal der Mönche


und schließlich die Küche, die aber neueren Datums ist


Für den nächsten Tag hatten wir uns die Christusritterburg in Tomar vorgenommen.
Sie wurde ursprünglich von den Templern als Ordensburg gegründet und ein paar Jahre nach dem Verbot des Templerordens unter dem neuen Orden der Christusritter wieder genutzt.

Da unser Campingplatz in Tomar direkt neben der Altstadt lag, konnten wir zu Fuß zur Christusritterburg gehen. Diese Burg ist auch ein Kloster, mit mehreren Kreuzgängen!
Wir waren gespannt!
Aber vor der Besichtigung lag noch der Anstieg auf diesen Berg:


Wunderschön gelegen dort hoch oben, aber bei zunehmenden Temperaturen für uns auch vormittags um 10.30 Uhr kein leichtes Unterfangen! Waren wir doch 25° Celsius noch nicht gewöhnt!
Die Christusritterburg kann man übrigens auf drei Etagen besichtigen!


Der erste Kreuzgang, den wir uns anschauten, diente u.a. den Begräbnissen der Mönche. Er wurde unter Heinrich, dem Seefahrer angelegt, der 40 Jahre lang Gouverneur und Verwalter des Christusritter-Ordens war.


Durch einen zweiten Kreuzgang gelangt man in die Kirche.
Hier ein Blick vom oben gelegenen Kirchenschiff auf die achteckige "Charola", der ursprünglich romanischen Kirche der Templer:


Geht man den Rundgang weiter, gelangt man auf die obere Etage eines weiteren Kreuzganges.
Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Verzierungen im manuelinischen Stil.


hier die schönsten und bekanntesten Details:


Leider sind fast alle Dekore stark verwittert, so dass man ihre Schönheit nicht mehr so recht genießen kann.


und der nächste Kreuzgang:


Details des Südportals:


An und auf der Burgmauer wachsen ein paar


Von dort oben hat man einen schönen Blick auf Tomar. Im Vordergrund sieht man die Altstadt mit der Kirche am "Platz der Republik".


das Kirchenportal




Und nun noch ein paar schöne Kacheln:


Und so - oder so ähnlich - sehen in Portugal sehr, sehr viele Häuser aus:


Zu guter Letzt kamen wir auf unserem Heimweg zum Campingplatz noch an diesem rekonstruiertem arabischen Wasserrad vorbei.


Unsere nächste Station war die Gegend von Lissabon.
Hier zunächst Fotos aus dem Stadtteil Belem. Als erstes der Torre de Belem, der im 16. Jhd. zunächst als Wachturm für den Lissabonner Hafen erbaut wurde und danach als Zollstation und Gefängnis diente.






Vom Turm aus hat man eine schöne Sicht auf das Entdecker-Denkmal und die "Ponte 25 de Abril", die so ein bisschen der Golden Gate Bridge gleicht.


Hier das Entdecker-Denkmal, das an die zahlreichen Portugiesen erinnern soll, nicht zuletzt an Heinrich, den Seefahrer, hier ganz links oben:


Auch dort sind wir hoch,.....aber hier mit einem Aufzug!
Nun der Blick auf den Torre de Belem...


...und die direkt vor dem Denkmal befindliche Weltkarte, die die Stationen und Daten der portugiesischen Entdeckungsfahrten zeigt. Leider hat man nie den Blick auf die Karte ganz frei. In der Hochsaison kann man vor lauter Touristen wahrscheinlich von oben gar nichts sehen.


Nach der mittäglichen Hitze auf dem Denkmal sind wir in das kühle Hieronymus-Kloster geflohen.


Ich lasse nun mal die manuelinischen Dekore ganz für sich alleine sprechen.















Wie man sieht, ........ich konnte einfach nicht genug kriegen!!!

An einem anderen Tag fuhren wir dann mit der Bahn in Lissabons Innenstadt hinein.
Da Lissabon am steilen Hang gebaut ist und somit über eine Unter- und Oberstadt verfügt, haben sich die Portugiesen schon früh überlegt, wie sie wohl am leichtesten die immensen Steigungen überwinden könnten und bauten so einige raffinierte "Aufzüge"!
Hier der Elevador Santa Justa, der den unteren Stadtteil Baixa mit dem oberen Stadtteil Chiado verbindet:




Oben angekommen hatten wir ein tolle Aussicht auf die Stadt,
hier auf das Castelo São Jorge...


und den Platz "Praça Dom Pedro IV", den die Einwohner aber nur "Rossio" nennen.


Als wir dann oben ausgestiegen sind, gelangten wir auf diesen wunderschönen kleinen Platz.


Und nach einiger Zeit sind wir mit dem nächsten "Aufzug" wieder hinuntergefahren, dem
Elevador da Gloria, der aber dank Graffitis nicht mehr wirklich "glorreich" aussieht.


Hier die wunderschöne Jugendstil-Fassade des Bahnhofes Rossio:


Eine weitere Sehenswürdigkeit Lissabons, mit der man auch unglaubliche Steigungen und Kurven überwinden kann, ist die "Eléctrico", die historische Straßenbahn.
"Historisch" heißt hier aber nicht, dass die nur zu bestimmten Feierlichkeiten fährt,
so wie bei uns z.B. Dampfloks.
Nein, auch diese Wagons fahren im regulären "ÖPNV", wie wir sagen.
Hier sieht man die Linie 12, die gerade die zwei engen Kurven um die Kathedrale und die nächste Häuserzeile herum fährt.


Wir mussten natürlich auch mal eine Fahrt mit dieser Linie machen.


Teilweise sind die Straßen so eng, dass die entgegenkommenden Autos rückwärts den Berg wieder hochfahren müssen, bis irgendwo eine Ausweichmöglichkeit kommt. Dann erst kann die Straßenbahn weiterfahren,.............bis ein Auto auf den Schienen steht! Dann wird mit dem alten Glöckchen gebimmelt, was das Zeug hält, aber es kommt natürlich niemand! Nach gefühlten 15 Minuten fährt der Straßenbahnfahrer weiter, nachdem ein paar Passanten ihm gesagt haben, dass seine Bahn ganz knapp an dem Auto vorbeikommt!
Und siehe da,............es waren vielleicht 2-3cm "Luft"!!!
Na also, klappt doch!!!

Aber ein Foto hat keiner von uns davon gemacht!!!!!!!!!!!!!!

Am Abend sind wir dann wieder die Rua Augusta entlang geschlendert, durch den Triumphbogen zur Praça do Comércio.




Und nun möchte ich Euch  - neben den Kacheln - etwas typisch Portugiesisches zeigen, nämlich die schwarz-weißen Straßenpflaster. Sie gibt´s in vielen Städten, vornehmlich in Fußgängerzonen und Plätzen:




Einen anderen Tag nutzen wir dann, um uns den noblen Ferienort Cascais anzuschauen.
Hier eine noch leere Einkaufsstraße in der Mittagszeit:


das Rathaus


ein paar schöne Häuser








Ein Blick auf den Strand, der direkt in der Stadt liegt.


Als nächstes seht Ihr den Leuchtturm Santa Marta, der zahlreiche Reiseführer und Kalender schmückt,.......allerdings mit einer älteren Aufnahme, die ich - das muss ich gestehen - wesentlich schöner finde.
Nicht, dass ich mein Foto nicht schön finde, aber den kleinen Platz um den Leuchtturm herum haben die Portugiesen saniert. Und das ist ziemlich modern geworden und in einer einzigen Farbe gehalten, nämlich weiß. Das ist bei Sonnenschein so grell, dass man noch nicht mal mit Sonnenbrille gut gucken kann, finde ich zumindest.
Hier auf dem Foto kann man´s an den weißen Mauern und dem Gebäude vor dem Leuchtturm sehen:


Von Cascais aus sind wir dann noch die Küste entlang Richtung Norden gefahren, um zum westlichsten Punkt des europäischen Festlandes zu gelangen.




Im Gegensatz zum Wetter in Cascais war der Wind dort oben ziemlich kalt.
Gut, dass wir warme Jacken im Auto hatten - ganz im Gegensatz zu manch anderen Touristen!






Am letzten Tag in der Region Lissabon sind wir nach Sintra gefahren.
Dort gibt´s soviel zu sehen, dass ein Tag überhaupt nicht ausreicht.
Wir hatten uns ein paar "Palácios" ausgesucht, die wir unbedingt sehen wollten.

Hier als erstes den "Palácio Nacional de Sintra", das Königsschloss, das direkt in der Stadt liegt, die schon am frühen Morgen von Reisebussen verstopft ist:


Die zwei großen früher weiß gestrichenen runden Türme sind die Schornsteine der Schlossküche!






Und das ist ein Blick hinunter auf das Schloss vom Castelo dos Mouros, in das wir später auch noch gegangen sind:


Aber davor haben wir noch den "Palácio da Pena" besichtigt.
Dies ist ein farbenprächtiger Palast, den Ferdinand II., ein gebürtiger Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha, 1840 in Auftrag gegeben hatte. Der Bau vereint mehrere damals bekannte Baustile miteinander, weshalb das Schloss auch das "Märchenschloss" Portugals genannt wird.










Von den Zinnen des Schlosses schaut man hinunter auf den höchsten Turm des Castelo dos Mouros:


Die Ruine des alten Mauren-Kastells haben wir dann auch im Schweiße unseres Angesichts erklommen.


Vom höchsten Turm aus blickt man hinauf zum Palácio da Pena...


...und hinunter auf den am niedrigsten gelegenen Turm des Kastells und im Hintergrund  - noch viel tiefer - auf Sintra!


Und schließlich haben wir kurz vor der Schließung auch noch ein wenig Zeit gehabt, uns den Palácio de Monserrate anzugucken.






Für den Park hatten wir dann kaum noch Zeit, weil wir sonst eingeschlossen worden wären!

Unser letztes Ziel war die Algarve, wo wir uns diesmal nicht nur den Strand "angucken" wollten, sondern einige der kleinen Städtchen und auch die Westküste.
Ins Monchique-Gebirge sind wir aber nicht gefahren, weil wir das vor 25 Jahren schon gemacht hatten.
Unser Stützpunkt war diesmal ein wunderschöner Campingplatz bei Lagos. Hier haben wir einen schönen schattigen Stellplatz ergattert:


Schien am Tag unserer Ankunft noch wunderbar die Sonne, regnete es am nächsten Vormittag in Strömen! Das waren die einzigen Regenstunden in unserem gesamten Urlaub!
Hier die Regentropfen auf den Blumen als Beweisfoto:


An diesem Tag wandelten wir ein bisschen auf den Spuren unserer Hochzeitsreise, d.h. wir suchten das Dorf Ferragudo, in dem wir damals unsere Flitterwochen verbracht haben.
Das war nicht leicht, weil sich alles verändert hat! Eigentlich ja logisch, aber irgendwie auch etwas enttäuschend. Oben auf den Klippen sind jetzt viel mehr Straßen und Häuser, die meisten von ihnen wahrscheinlich Hotel-Anlagen. Damals gab´s nur eine einzige Straße vom Dorf hoch durch die Klippen runter zum Strand, der jetzt so aussieht:


Damals war es noch ein breiter Strand, an dem zig Leute Platz fanden, und der trotz Hochsaison nicht überfüllt war. Es gab eine kleine Bude, an der man etwas zum Essen kaufen konnte oder so.
Heute kann man nur noch erahnen, dass hier mal ein großer Strand war. Ich glaube, Ebbe und Flut spielen hier nicht so die große Rolle; schließlich war damals der Strand immer breit!
Dafür gibt´s jetzt das ziemlich teure Strand-Restaurant
"Rei das Praias" auf Stelzen. Laut ihrer Homepage scheint dort immer noch ein bisschen Strand zu sein, aber im Mai war er definitiv nicht wirklich da!!!
Trotz der recht hohen Preise haben wir uns aber dennoch ein Essen gegönnt, wenn auch das Preiswerteste! Der Blick war jedenfalls schön und die Erinnerungen natürlich erst recht!

Nun gut, sind wir also nach Lagos weitergefahren.............aber auch dort haben wir fast nichts wieder erkannt.

Der Platz vor der Kirche ist komplett umgestaltet worden.


die Festung, okay, die sah damals schon so aus:


der alte Sklavenmarkt (den haben wir damals überhaupt nicht gesehen!)


eins der schönsten Häuser der Stadt


An einem anderen Tag sind wir dann Richtung Ost-Algarve gefahren, um uns Tavira anzusehen.
Der Fluss ist wohl normalerweise nicht so schlammig, aber durch den heftigen Regen am Vortag war scheinbar der Untergrund so aufgewühlt, dass wir nur braunes Wasser zu sehen bekamen.






Oben auf dem Hügel von Tavira liegt eine alte Festung, in der ein wunderschöner Park angelegt worden ist und daneben diese Kirche:






Danach sind wir durch den Naturschutzpark "Ria Formosa" bei Olhão spazieren gegangen.


Dort gibt´s eine alte Gezeitenmühle, die wir uns kurz angeschaut haben.




Eigentlich soll man in diesem Park auch Flamingos und andere Tiere in freier Natur beobachten können, aber wir haben lediglich diese Tierchen hier gesehen:


und einige schöne Pflanzen





Am nächsten Tag war es dann soweit!
Mein Mann konnte seinen Geschenk-Gutschein einlösen!
Zunächst haben wir noch einen schönen Spaziergang am Strand "Praia da Rocha" gemacht (ich habe wohlweislich nur den Strand und nicht die Hotels dahinter fotografiert!)

Hier sieht man, wie gefährdet die Felsen der Algarve sind!
Beim nächsten Sturm brechen die nächsten Teile ab!!!







Mit diesem tollen Segelschiff, der "Santa Bernarda",  sind wir danach ein paar Stündchen an der wundervollen Felsalgarve entlang gefahren!


Es ging los in Portimão, dann Richtung Osten an Ferragudo vorbei...








...und weiter an Carvoeiro vorbei...


...und kurz danach wurden alle (bis auf mich, die nicht in solch eine Nuckelpinne steigt) ausgebootet, um näher an die Grotten heranzufahren und auch in manche reinzufahren.


Dass ich an Bord der "Santa Bernarda" geblieben bin, hat aber nun den Vorteil, dass wir Fotos aus beiden Blickwinkeln haben.
Hier erst meine Sicht:




Und dann wie mein Mann es sah:






Als wir die Ausgebooteten wieder an Deck geholt hatten, fuhren wir wieder zurück und sahen dann noch solche eingestürzten Felsen:


Unser nächster Ausflug führte uns als erstes zu dieser kleinen, aber berühmten Kirche São Lourenço bei Almancil:


Sie ist dem Heiligen Laurenzius geweiht und das Besondere an ihr ist, dass sie innen komplett mit blau-weißen Kacheln verkleidet ist, die das Leben und Sterben des Heiligen darstellen. Ein Innenraum nur in blau, weiß und gold! Sehr eindrucksvoll!
Leider durfte man dort drinnen nicht fotografieren. Und die "nette" Dame an der Kasse passte auf wie ein Wachhund!!!


Danach hatten wir die Gelegenheit, uns einen typisch portugiesischen Friedhof anzuschauen, die sich doch so sehr von unseren unterscheiden.


Auch wenn man hier einen deutschen Namen lesen kann, wir waren tatsächlich auf einem portugiesischen Friedhof!


Dann ging´s weiter nach Faro, wo uns schon zig brütende Störche auf den Dächern begrüßten.







Da in Faro aber leider alles geschlossen hatte, sind wir weiter nach Silves gefahren, das wir ja auch noch wenigstens kurz sehen wollten.
Hier der Blick von der Brücke auf die Stadt mit der Festung oben auf dem Berg.


Die Festungsmauern stehen noch, oder hat man wieder aufgebaut, aber im Inneren ist ein kleiner Park angelegt worden und ein Freilicht-Theater.


Unser allerletzter Ausflug führte uns nun kurz an den "Ponta da Piedade" in der Nähe von Lagos.
Wir wollten die berühmten Felsformationen auf jeden Fall noch mal sehen. Vor 25 Jahren hatten wir hier eine Grottenfahrt gemacht. Nun wollten wir nur noch mal kurz von oben schauen.


Aber auch hier: es hat sich einiges geändert!
Wo damals noch dieser imposante Fels-Bogen stand..........wir sahen ihn nicht!!!
Erst zu Hause beim Vergleichen der Fotos stellten wir fest, auch dieser wunderschöne Bogen war irgendwann einmal einem Sturm zum Opfer gefallen,.....sehr schade!



 
Weiter ging´s nach Westen, zum "Fortaleza de Sagres":


Von der Festung ist dort zwar kaum noch etwas zu sehen, dafür gibt´s dort eine interessante Vegetation und tolle Ausblicke, u.a. auch zum "Cabo de São Vicente", dem süd-westlichsten Punkt des europäischen Festlandes.




Dort angekommen, waren wir einigermaßen enttäuscht, kann man doch nicht wirklich am süd-westlichsten Punkt stehen, da dieser Leuchtturm auf militärischem Gelände steht!!!
Aber für den Massen-Andrang der Touristen ist natürlich bestens vorgesorgt, dort steht Bude an Bude, um den eigens angereisten Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. So kann man u.a. auch "Die letzte Bratwurst vor Amerika" essen, eine echte Thüringer oder Nürnberger!!!
Gleichzeitig bekommt man dafür auch noch ein Zertifikat, dass man dort gewesen ist!!!


DAS war vor 25 Jahren definitiv besser!!!
Da konnten wir zwar auch nicht direkt zum Leuchtturm, aber dafür mussten wir uns den restlichen Platz aber auch nicht mit Andenken-Buden, Würstchen-Ständen und Touristen aus aller Welt teilen, sondern konnten sogar ein bisschen in den Klippen rumklettern!!!
Und waren mutterseelen-allein dort!!!
Für Flitterwochen echt romantisch!!!

Okay, weiter ging die Fahrt an der Costa Vicentina (der Westküste der Algarve) entlang immer Richtung Norden. Wahrscheinlich kennt kaum ein Algarve-Tourist diese schönen Strände, sind sie doch glücklicherweise bis jetzt vom Massentourismus verschont geblieben.
Hier der "Praia do Amado":




Und hier ein Panorama vom "Praia da Bordeira":


Zum richtig Schauen hier klicken.

Und schaut man von der linken Klippe runter, sieht man das:


Nun war unser Urlaub leider zu Ende und wir sind durch Südspanien wieder nach Hause gefahren, wohlwissend, dass wir von diesem wunderschönen Land Portugal noch lange nicht alles gesehen haben, d.h. wir müssen unbedingt noch mal wiederkommen!!!


Und nun habe ich - wie versprochen - für alle Azulejo-Fans und die, die es noch werden wollen, ein paar meiner Fotos zusammengestellt

Das erste Bild ist für einen Grafik-Workshop entstanden:


Und jetzt folgen fast alle Kacheln, die ich fotografiert habe!
Ich habe jetzt erst festgestellt, dass ich nicht eine einzige Kachelfassade doppelt habe!!!
Wer diese Zusammenstellungen lieber größer anschauen möchte, der kann das auch tun. Nach jedem kleinen Bild folgt die größere Ansicht.


große Ansicht



große Ansicht



große Ansicht



große Ansicht



große Ansicht




große Ansicht

So, wer es bis hierher geschafft hat, sich durch meine Fotos zu scrollen, dem sage ich meinen recht herzlichen Dank für´s Anschauen!!!

Vielleicht ist dieser Foto-Reisebericht ja für den ein oder die andere ein Anreiz dieses wunderschöne Land auch einmal zu besuchen, und zwar richtig.............
und nicht nur in der Algarve am Strand zu liegen!!!

Kommentare:

  1. Liebe Claudia,
    es war eine große Freude, Deine wunderschönen Fotos zu betrachten. Es ist auch schon sehr lange her, dass wir in Portugal waren - mal wieder fällig - und mit Deinen Bildern ist Vieles wieder lebendig geworden. Danke fürs Zeigen!
    Steinreiche Grüße
    Helga

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    1. Liebe Helga,
      vielen Dank für Deine lieben Worte und für´s Anschauen (und vielleicht auch Durchlesen?) meines Portugal-Reiseberichts.
      Da freu ich mich total, dass es mal jemand geschafft hat, sich auch sooooo viele Fotos anzuschauen.

      LG
      little.point Claudia

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  2. Huhuhuhu Claudia
    Ich habe deinen wunderbaren Reisebericht über Portugal erst einmal kurz angeschaut. Klasse Fotos. Was mir als erstes auffiel: Einige Bauten erinnern mich an die andalusische Baukunst. Ich werde deine Fotos noch einige Male in Ruhe anschauen müssen, um von den Bildern etwas für mich mitnehmen zu können.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit. Herzliche Grüsse und mach's guet. Ernst

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  3. Hallo Ernst,
    danke, dass Du Dir die Zeit nimmst, auch meinen Portugal-Bericht zu lesen und anzuschauen.
    Du wirst es nicht glauben, aber ich habe in der letzten Woche, erst meine ersten beiden Fotobücher von Portugal zur Produktion hochgeladen. Und das Dritte fang ich jetzt erst an! Obwohl wir schon seit 10 Monaten wieder zu Hause sind*grins*. Aber es ist solch eine Bilder-Flut, dass ich zunächst einmal erschlagen davon war.

    Ja, die Baukunst ist ähnlich, wobei es in beiden Fällen die Mauren waren, die solch filigrane Kunstwerke geschaffen haben. In Portugal kam dann noch die sogenannte "Manuelinik" dazu, eine Sonderform der Gotik, die es nur in Portugal zu sehen gibt.
    Davon war ich total fasziniert!

    Also, viel Spaß noch beim Betrachten!

    Ganz liebe Grüße in die Schweiz
    little.point Claudia

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  4. Liebe Claudia,

    Ich habe jetzt deinen wunderbaren Reisebericht von Portugal gelesen, und alle Fotos angeschaut. Ich bin hin und weg von deinen Fotos. Dein Fotoblick für alles ist fantastisch.
    Ich war bisher nur einmal an der Algarve und habe viel zu wenig gesehen.
    Ich war mit Freunden dort.

    All deine Fotos stärkt mich in der Seehnsucht mehr von diesen Land kennen zulernen. Ich liebe diese fantastische Baukunst. Ja wie du schon schreibst es waren die Mauren.

    Danke fürs "mitnehmen"..ich werde es aber nochmal etwas später lesen und anschaun.

    Herzliche Grüsse,Elke

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    1. Liebe Elke,
      Dein Kommentar ehrt und freut mich sehr! Da werd ich ja ganz rot!
      Ja, es ist ein sehr schönes Land mit einer tollen Kultur. Leider kennen die meisten von uns (wenn sie denn überhaupt schon mal in Portugal waren!) nur die Algarve oder Lissabon.
      Aber auch wir haben leider nicht alles gesehen, was wir uns ursprünglich mal vorgenommen hatten.
      Aber mehr als vier Wochen Urlaub an einem Stück werden wir wohl beide nicht bekommen, selbst die muss sich mein Mann schon immer erkämpfen. Es kann sogar sein, dass es in diesem Jahr das letzte Mal sein wird, dass er sie bekommt. Deshalb geht´s ja in diesem Jahr noch mal weit weg. Wer weiß, wann wir uns die Reise zum Nordkap sonst noch mal leisten könnten, also zeitlich gesehen, meine ich. Wahrscheinlich nur als Rentner, und das dauert noch.........................!!!

      Liebe Grüße nach Stockholm
      little.point Claudia

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  5. Hey ho Claudia,
    jetzt schreib ich auf die schnelle mal was. Ich schreib die Tage dann noch mal was. Also du hast wirklich sehr viele schöne Bilder Gerade die tollen Fliesen und Kacheln zum Schluss finde ich gelungen. Sowas hab ich auch vor. Ich habe auch einige fotografiert. Allerdings habe ich nicht so viele wie du :-) Wir haben in Urlaub 3 Tage Lissabon gemacht und sind dann an die Algarve herunter gefahren. Mir fehlen da noch so einige Sehenswürdigkeiten. Braga würde mich da auch noch interessieren.
    Was mir aufgefallen ist. Schau doch mal hier bezüglich Strand am Atlantik und Ebbe und Flut :-). Wir waren so einige Male an der Playa de Bordeira und wir haben da unterschiedliche Strandbreiten von bis zu 30m Unterschied feststellen können. Ebbe, Flut und Geometrie der Küste sowie Wind können da extreme Unterschiede machen:

    http://www.auswandern-spanien.net/2007-10-14/kleine-einfuehrung-in-ebbe-und-flut-am-spanischen-atlantik.html
    Grüße Jan

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    1. Huhu Jan,
      lass Dir ruhig Zeit mit dem Schauen.....und wenn Du noch mehr Zeit hast........auch mit dem Lesen*grins*, muss aber nicht sein. Es interessiert sicherlich nicht JEDEN, mein Geschreibsel (komplett) zu lesen*grins*

      Ich glaub, ich steh grad etwas auf dem Schlauch*stirnrunzel*.....aber was willst Du mir mit dem Link sagen???

      Vielleicht, dass auf unseren beiden Bildern das Meer unterschiedlich weit ist?

      Liebe Grüße
      little.point Claudia

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    2. Ich hab da ja gelesen :-) Du hast dich nur gewundert, dass da nicht mehr soviel Platz am Strand war. Und dann hast du glaube ich gesagt, dass du nicht weißt warum und das es da keine Ebbe oder so gibt. Zumindest hatte ich das beim Lesen in Erinnerung und da wollte ich das selber mal wissen und habe gegoogelt. Wir waren dort auch am Atlantik mehrere Tage am Strand und die Strandbreiten haben teilweise bis zu 30m differiert obwohl wir zu den selben Zeiten da waren.

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  6. Was ich noch sagen wollte. Immerhin schaffst du es mal nen ganzen Artikel über nen Urlaub zu schreiben. ich schaffe das nicht :-) Allerdings fände ich es sinnvoller die Artikel kleiner zu machen und dafür mehr zu schreiben. So kann man die einzelnen Abschnitte besser lesen und auch einzelne Fotos ggf. besser kommentieren. Yeah... aber du bist mir immer noch einen voraus ;-)

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    1. Ach so,........nee, da hast Du zwei Fotos von zwei Stränden von mir verwechselt*zwinker*
      Ich hatte das mit dem "damals breiteren Strand" beim Foto von unserem ehemaligen "Flitterwochen-Strand" bei Ferragudo geschrieben, nicht beim Praia da Bordeira!!!

      Du hast Recht, ich hätte besser den gesamten Bericht etwas aufgesplittet!
      Danke für den Tipp, denn ich hab ja mit dem diesjährigen Reisebericht noch gar nicht angefangen. Wahrscheinlich werd ich´s mal so versuchen, wie Du vorgeschlagen hast.
      Da fällt mir gerade ein, irgendjemand hatte mir das schon mal vorgeschlagen, ...................hmm,...........das hab ich wohl damals nicht richtig verstanden, ups!

      Liebe Grüße
      little.point Claudia

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