Turmzentrum

Seit dem Ende der 1960er-Jahre hatten wir aus einigen Fenstern unserer Wohnung diesen Blick:













Hier handelt es sich um die Ansicht des Turmhotels und des Karstadt-Gebäudes von hinten. Unter dem Karstadt-Gebäude sieht man noch das dazugehörige Parkhaus.

Wie Ihr sicherlich wisst, hat Karstadt sehr viele seiner Filialen geschlossen, so auch unsere. Und damit war auch der Niedergang des Turmhotels beschlossene Sache, obwohl dort immer viele Geschäftsleute usw. wohnten.

Diese Bilder sind alle im Jahr 2008 entstanden, zu unterschiedlichen Jahreszeiten, Tageszeiten und Lichtverhältnissen.

Auch wenn der "Turm" die Bevölkerung unserer Stadt sehr gespalten hat, so hatten wir uns doch an den Anblick gewöhnt. Ich persönlich sah diesen Komplex fast mein gesamtes Leben lang. Und vielleicht gibt mir der ein oder andere Recht:
Je nach Wetterlage sah es wirklich toll aus!


Wer sich alle Bilder nochmal zusammen anschauen möchte, bitte hier klicken!

Nachdem Karstadt also beschlossen hatte, das gesamte Areal zu verkaufen, fing das Problem an.

Jedenfalls fingen nach vielen, vielen Diskussionen und Rückschlägen für die Stadt im Spätsommer 2011 die Abriss-Arbeiten an, weil sich endlich, endlich ein Investor (es war nicht der Erste!) gefunden hat, um auf diesem großen Grundstück in der Mitte der Stadt direkt am Neumarkt und dem Graf-Wilhelm-Platz ein neues, modernes Einkaufszentrum zu bauen.

Dazu musste natürlich zunächst einmal das gesamte Turmzentrum abgerissen werden.

Machen wir also weiter mit dem Blick aus unserem Fenster.
Die folgenden Fotos sind nun ab dem 01.10.2011 entstanden.

Als erstes wurde das Parkhaus abgerissen:


Vier Wochen später wurde das Karstadt-Gebäudes "angeknabbert":






Und noch mal drei Wochen später konnten wir zum ersten Mal in unserem Leben aus unserem Fenster die Häuser-Fassade des Neumarktes sehen:


Und schließlich ist das Karstadt-Gebäude Vergangenheit und wir sehen durch die untersten Etagen des Turmes hindurch.


Und hier auch noch mal der Überblick.

Vor ein paar Wochen haben wir uns entschieden, jede Woche mindestens einmal eine Runde um den gesamten Komplex zu drehen.
Hier jetzt die Ansichten vom Neumarkt aus.

Das erste Foto entstand 2009, als bereits alles seit ein paar Monaten leer stand und klar war, dass die Gebäude irgendwann mal abgerissen werden sollten:






Es ist erschreckend, wieviel in einer Woche abgerissen wurde:




Und das nächste Foto entstand 22 Stunden vor der geplanten Sprengung:


Und auch hier ein Überblick.

Und zu guter Letzt zeige ich Euch noch ein paar Impressionen vom Abriss im Detail.

Dieses "Ungeheuer" hat in der Zeit des Abrisses die größte Arbeit übernommen:




Und als ich dieses Foto gemacht habe, dachte ich spontan an einen Tyrannosaurus Rex! Also taufte ich es "Tyranno", weil ich nämlich nicht weiß, wie ich diesen "Bagger" sonst nennen soll.




Hier eine Fototapete der Müngstener Brücke, die scheinbar irgendwo im Karstadt an einer Wand klebte. Ehemalige Mitarbeiter werden es wohl wissen, ich leider nicht! Die hatte ich nie gesehen!




Hier 22 Stunden vor der Sprengung:


Das Haus der Turmapotheke spiegelt sich in den noch vorhandenen Schaufenstern des Karstadts:


Und auch der Schaukasten vom Karstadt-Restaurant existiert noch. Man kann sogar noch erkennen, dass man wählen kann aus 5+1..........Was auch immer das genau zu bedeuten hatte!


Der Notausgang führte über diese Treppe:


Hier der Blick durch das Erdgeschoss des Karstadts von hinten durch die ehemaligen Haupt-Eingangstüren in Richtung Graf-Wilhelm-Platz.


Einer der Abgänge in die Turm-Passage, in den 1960er-Jahren ein Vorzeige-Objekt:


Scheinbar hatte der Turm die Hausnummer 99. Was man so alles erst jetzt sieht!


Na ja, und die Rechtschreibung ließ wohl bei diesem Schild etwas zu wünschen übrig!


Und von Parkdeck "GRÜN" ging´s nach hinten wieder raus aus dem Parkhaus. Das konnte man auch prima als Fußgänger benutzen. So kürzte man den steilen Weyersberg ab. Das haben auch viele Kinder gemacht, obwohl "Betreten erst ab 18 Jahre" dort stand.


Dem Toiletten-Papier nach zu urteilen, wurde diese Toilette sogar noch von den Bauarbeitern bis vor kurzem benutzt!!!


Und hier war einer der Arbeiter als Künstler tätig.
Ich frage mich, wieviele Leute das wohl gesehen haben.


So, und hier kommen jetzt zunächst die Fotos von der Vorbereitung zur Sprengung.
Vormittags wurden sehr werbewirksam große Banner aufgehängt, die alle am Abriss beteiligten Firmen zeigten:


Hinter den bunten Matten ist der Sprengstoff "versteckt":


Und es werden noch viel mehr aufgehängt:


Damit nichts passiert, ist eine Sicherheitsfirma engagiert worden, die das Objekt sichert, nicht zuletzt auch mit der ganz-nächtlichen Flutlicht-Beleuchtung:


Am nächsten Morgen trauten wir unseren Augen nicht, es hatte etwas geschneit und es herrschte dichter NEBEL !!!


Das konnte doch nicht wahr sein!
Aber so gegen 11 Uhr lockerte es allmählich auf, und der Sprengung um 13 Uhr sollte doch nichts mehr im Wege stehen.


Hier das wirklich aller-, allerletzte Foto des Turms, um 14.15 Uhr!!!

Es war also doch zu Verzögerungen gekommen.
Hinterher erfuhr man, dass sich einige Anwohner geweigert hatten, Ihre Wohnungen zu verlassen.

Und um 14.18 Uhr ging´s dann so plötzlich los, dass einige unserer eingeladenen Verwandten nicht rechtzeitig den Auslöseknopf betätigen konnten, andere ihn dann aber leider vor lauter Schreck bei dem Knall wieder losgelassen haben (so auch ich). Deshalb hab ich nur die ersten Fotos der folgenden kleinen Serie fotografiert. Die restlichen hat mein Vater gemacht, der sie mir netterweise für meine Dokumentation hier überlassen hat.



















Auch hier hab ich mal alle zusammen gestellt.

Wir haben so gut wie keinen Staub mitbekommen, so dass ich recht schnell nach der Sprengung dieses Foto machen konnte:


Schließlich haben wir dann noch, als die Innenstadt wieder frei gegeben war, unsere Runde "um den Block" gemacht.
Wer sich auch meine anderen Fotos angesehen hat, wird die Unterschiede deutlich merken.






Und hier ein paar Schäden an Fassaden und Fenstern!!!
Daran sieht man, wie gut es ist, dass die Menschen im näheren Umkreis evakuiert worden sind.
Hinter den oberen Fensten befindet sich ein Eis-Salon und in der unteren Etage ist ein Copy-Shop.
Die Glaser waren schon dabei, Ersatz-Fenster einzubauen.


Nun ein paar Blicke von der Stadt aus. Was hier im Vordergrund liegt, war einmal das Treppenhaus mit den Aufzugschächten.



Es war einmal!!!
Schnief!!!

Ab dem Jahr 2012 werde ich hier nur noch Monats-Collagen der Baustelle zeigen:

Januar 2012


Februar 2012

Kommentare:

  1. Ein wunderschöner Bericht zum Turm samt Inhalt und Untergrund. Ich kann mich noch an die riesige Grube und den Zirkus erinnern als es um die Verkehrsführung ging. Soweit ich weiß sind beim Ausbuddeln auch noch Bomben gefunden und entschärft worden.
    Bin zu dieser Zeit regelmäßig da lang gefahren und und habe genauso regelmäßig geflucht.
    Muss doch demnächst mal wieder rüberfahren wenn ich in RS bin um mir den neuen Anblick mal zu Gemüte führen.
    Liebe Grüße
    Wolfgang

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